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Auch Sterben gehört zum Leben

Unsere Kultur steht derzeit in einem tief greifenden Veränderungsprozess und nichts scheint so beständig wie der Wandel, auch in der Bestattungskultur. Da findet zum einen eine zunehmende Anonymisierung statt mit einer gewissen „Entsorgungsmentalität“, die das Wesen des Verstorbenen nicht mehr reflektiert.

Dagegen steht eine Individualisierung, in der „alles möglich ist“. Jahrhundertealte Bräuche und Regeln verlieren sich in einer wachsenden Zahl an Gestaltungsmöglichkeiten von der Bestattungsart bis zur Trauerfeier, was uns schon wieder überfordert. Dazu kommt die Rationalisierung unseres Denkens, die es uns immer schwerer macht, mit Gefühlen umzugehen. Sterben, Tod und Trauer ist für uns oft belastend; wir sind verängstigt und hilflos. Wir stehen vor einer Vielzahl ethischer und praktischer Fragen zu unserem Ableben, die wir schon zu Lebzeiten beantworten wollen. „Wie will ich sterben? Welchen Beistand wünsche ich? Wie will ich bestattet werden? Wie soll mein Grab aussehen? Ist mein Testament geregelt? Was kostet eine Beerdigung?“

Dieser Wegweiser soll Ihnen eine Hürde nehmen, um Klarheit für sich und Ihre Angehörigen zu schaffen. Gemeinsam mit Ihrem Lebenspartner, mit Ihren Angehörigen oder, wenn Sie alleine leben, mit einem Berater können Sie viel vorbereiten, damit nach Ihrem Tod alles so geregelt ist, wie Sie sich das vorgestellt haben.

Gut vorbereitet auf den letzten Weg

Der einfachste Weg, Ihre Wünsche festzuhalten, ist d

  • Bestattungsverfügung
    Sie sollte unabhängig vom Testament in Ihren Unterlagen zu finden sein und hat handschriftlich geschrieben genau so viel Gültigkeit wie durch einen Notar oder Hausarzt bestätigt oder mit einem Bestatter geregelt. Hier dürfen Sie all das festhalten, was Sie bewegt: Wünschen Sie eine Sterbebegleitung? Wie und wo möchten Sie bestattet werden? Gibt es eine Grabstelle, einen Vorsorgevertrag, eine Sterbeversicherung. Haben Sie ein „Bestattungssparbuch“ mit Vollmacht für den Bestattungspflichtigen? Was für einen Sarg möchten Sie? Wie stellen Sie sich Ihre Trauerfeier vor? Gibt es einen Trauerspruch? Wen sollen Ihre Angehörigen informieren und einladen? Bestattungsverfügungen können formlos sein. Es gibt aber auch vorbereitete Verfügungen im Bestattungsinstitut oder als Download im Internet.

Denken Sie bitte über eine

  • Patientenverfügung
    nach, die Menschen Ihres Vertrauens erlaubt, in Ihrem Sinne über medizinische Maßnahmen zu entscheiden, wenn Sie es nicht mehr können.

Wenn Sie heute sicher gehen wollen, dass auch in ferner Zukunft alles geregelt ist, können Sie ein Bestattungsinstitut als Treuhänder einsetzen und einen

  • Vorsorgevertrag
    abschließen. Die Inhalte sind für beide Vertragsparteien bindend, über ein Treuhandkonto oder eine Sterbegeldversicherung wird die Finanzierung geregelt.

Seit 2004 gibt es kein Sterbegeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung mehr. Das heißt: im Todesfall kommen auf Ihre Angehörigen Kosten zu, die 5.000 Euro übersteigen können. Über eine

  • Sterbegeldversicherung oder Risikolebensversicherung
    können Sie Ihre Bestattung finanziell absichern.

Wer über Grundbesitz und Vermögen verfügt und keine gesetzliche Erbfolge wünscht, sollte in einem

  • Testament 
    alle Wünsche festhalten und notariell beurkunden.

Wenn Sie mit einer

  • Körperspende
    die Wissenschaft fördern möchten, muss zu Lebzeiten ein Vertrag mit einem entsprechenden Institut abgeschlossen werden.

Vielleicht möchten Sie durch eine

  • Organspende
    nach Ihrem Tod Gutes tun? Die Entscheidung sollte in einem Organspendeausweis festgehalten und der Familie mitgeteilt werden.

Bringen Sie Klarheit in Ihre

  • Unterlagen:
    Personalausweis, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde oder Scheidungsurteile, Versichertenkarte, Verfügungen und Verträge sollten für Ihre Angehörigen schnell auffindbar sein. Bei ausländischen Urkunden müssen Originale und Übersetzungen in ISO Norm vorgelegt werden.